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Konzert: Christian Willisohn & Boris van der Lek am 06.03.2009 in
Oberndorf am Neckar
Schwarzwälder Bote
/ NACHRICHTENTICKER OBERNDORF A.N.
Den Blues im Herzen
Oberndorf.
Christian Willisohn und Boris van der Lek verwandelten die
Oberndorfer Klosterkirche am Freitag in ein Mississippiboot, auf
dem es zwei Stunden lang Blues, Jazz und Boogie Woogie vom
Feinsten zu hören gab. Mit ihrer Musik übertrugen sie die
Lebensfreude und die musikalische Vielfalt von New Orleans auf das
Publikum. Willisohn sagte über seine Musik: »Der Blues ist ein
Grundgefühl, ein Herzschlag, den jeder besitzt.« Offensichtlich
haben beide Musiker den gleichen Herzschlag, verströmten sie doch
Harmonie, technische Perfektion und Rhythmus in der Klosterkirche.
Nicht von ungefähr wird Boris van der Lek als einer der besten
Saxophonisten der Welt gehandelt. Was er seinem Instrument
entlockte, war fast schon genial. Bei Christian Willisohn suchte
man immer wieder vergebens nach dem zweiten Pianisten, war es doch
für viele Zuhörer fast nicht nachvollziehbar, dass diese Musik mit
nur zwei Händen machbar ist. Willisohn brachte es fertig,
gleichzeitig zu singen, Klavier zu spielen und mit dem Fuß noch
den Takt auf der Bühne zu schlagen. Aber selbst dabei vergaß er
nicht, nebenher noch mit dem Publikum zu kokettieren. Willisohn
ist nicht nur Sänger und Pianist, er ist auch ein Entertainer par
excellence.Für die Musikszene war es ein Meilenstein, als sich die
Beiden 1987 bei einem Konzert in München kennen lernten. Hier
haben zwei geniale Musiker zusammengefunden, denen man die Freude
an ihrer Musik in jeder Phase des Konzerts ansieht, die ihre Musik
leben und in der Lage sind, das Publikum in den Bann zu ziehen.
Wenn die Beiden sich mitten im Song gegenseitig Beifall spenden
oder anerkennend zunicken, spürt man, wie sie zueinander stehen,
ein »Dream-Team des Blues«.Das Kulturamt der Stadt Oberndorf hat
mit der Verpflichtung dieser beiden Künstler einen guten Griff
getan.
Von Dieter Wagner
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Konzert: Christian Willisohn & Boris van der Lek am 07.03.2009
im Stadttheater in Neuburg an der Donau
Neuburger Rundschau
am
10.03.2009
Wo Blues drauf steht, ist auch Blues drin
Willisohn
führt und entführt, mit fast klassisch angehauchten, brachialen
Akkorden, dann wieder mit einer swingenden Blues-Skala im
Walking-Bass, mit luftig-leichten Improvisationen, einem dicken
Grinsen auf den Lippen und dem tiefen Verständnis dafür, dass der
Blues die Aufgabe hat, zu heilen.
Tenorist Boris
van der Lek steht seinem Duopartner in nichts nach: Ein variables,
meisterhaft geblasenes Saxofon, zart und melancholisch in den
Begleitlinien, rotzig, dreckig und frech in der Improvisation, mit
einem ellingtonisch-heiseren Ton.
Sie sind keine
Nostalgiker, die beiden. Keiner von ihnen verharrt in der
Geschichte des Blues. Was sie machen, ist etwas eigenes, das so
spontan aus ihnen herauskommt, dass es einfach Spaß machen muss,
auch, wenn die beiden Musiker das unendliche Gefühlsspektrum des
Blues intus haben: Da wird gewippt, genickt, geklatscht, gejubelt,
das Publikum tut alles, um die geordneten Stuhlreihen hinter sich
zu lassen.
„Wir spielen
jetzt eines unserer Lieblingslieder“, kündigt Willisohn „Drown in
tears“ an. Und dann ertrinkt man wirklich. In pianistischer
Akrobatik, in strahlend schönem Tenorton. Es ist ja nicht so, dass
sie keine Klischees bedienen. Nein, schon nach den ersten Takten
ist klar: Wo Blues draufsteht, ist auch Blues drin. Aber sie tun
es so individuell, in sich versunken, ineinander verwoben und
gleichzeitig offen, dass es einen mitreißt. „Geht’s euch gut?“,
fragte Christian Willisohn zu Beginn.
Ja! - Und jetzt erst recht.
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